Informationen für in den USA lebende Auslandsdeutsche

Nützliche Links

NEU: Personalausweise nun auch für im Ausland lebende Deutsche

Seit dem 1. Januar 2013 können nun auch im Ausland lebende Deutsche einen Personalausweis beantragen (siehe hier), und zwar in den USA bei demselben Generalkonsulat, wo man auch seinen normalen deutschen Reisepass beantragt. (Für ganz Kanada ist aber das Generalkonsulat Toronto zuständig.) Dies ist zwar weder zu grenzüberschreitenden Reisen in Nicht-EU-Ländern nützlich noch kostenlos; aber es hat auf lange Sicht einen Vorteil: Man kann die neuen E-Government- und anderen Dienste benutzen, wenn man die eID-Funktion aktiviert. (Hierzu benötigen Sie auch einen Chipkartenleser mit nPA-Unterstützung (ca. €50).)

Wahlen zum Bundestag und zum Europäischen Parlament

Im Ausland lebende deutsche Staatsangehörige, die in den letzten 25 Jahren ununterbrochen mindestens drei Monate in Deutschland gewohnt haben oder sonst glaubhaft machen können, dass sie mit den politischen Verhältnissen in Deutschland vertraut und von ihnen betroffen sind, können an den Wahlen zum Bundestag (zum nächsten Mal im Jahre 2021) und zum Europäischen Parlament (zum nächsten Mal am 26. Mai 2019) per Briefwahl teilnehmen. Mehr zum Thema Wahlen finden Sie beim Bundeswahlleiter.

Doppelte Staatsangehörigkeit Deutschland-USA

Steffen Lempp mit zwei Pässen

(siehe auch Information der deutschen Botschaft in den USA und des Bundesverwaltungsamtes)

Das deutsche Staatsangehörigkeitsgesetz vom 1. 1. 2000 erlaubt es deutschen Staatsangehörigen nun, unter gewissen Bedingungen bei dem Erwerb der amerikanischen Staatsangehörigkeit ("naturalization") die deutsche Staatsangehörigkeit beizubehalten. (Rechtsgrundlage hierzu sind der Paragraph 25 des Staatsangehörigkeitsgesetzes.

Die Beibehaltung der deutschen Staatsangehörigkeit ist möglich, wenn man zweierlei nachweisen kann:

  1. "Fortbestehende Bindungen" an Deutschland: in Deutschland lebende Vewandte, mit denen Sie in engem Kontakt stehen; Besitz von Immobilien in Deutschland; zu erwartende Renten- oder Versicherungsleistungen aus Deutschland; berufliche Kontakte nach Deutschland usw. Es ist zu beachten, dass nicht alle diese Kriterien erfüllt sein müssen; ich z. B. konnte nur enge Verwandte in Deutschland und berufliche Kontakte nach Deutschland angeben, ich bemerkte in meinem Brief ans Konsulat auch noch, dass ich mich übers Internet ständig über Geschehnisse in Deutschland auf dem laufenden halte.
  2. Erhebliche persönliche Nachteile bei Nichterwerb der ausländischen Staatsangehörigkeit: mögliche steuerliche Nachteile bei Erbschaften in den USA; berufliche Beschränkungen (z. B. bei Anträgen für Forschungsmittel, die die amerikanische Staatsangehörigkeit erfordern); Reisebeschränkungen (da die "green card" nach einem Jahr Aufenthalt außerhalb der USA verfällt); beschränkter konsularischer Schutz im Ausland (da sich weder die deutsche noch die amerikanische Botschaft in Angelegenheiten wie Doppelbesteuerung in Drittstaaten verantwortlich fühlt) usw.
Hierbei ist wichtig, dass man alle angegebenen Gründe mit persönlichen Beispielen glaubhaft machen kann.

Der Antrag zur Beibehaltungsgenehmigung ist an das zuständige deutsche Konsulat zu stellen, beizufügen sind das amtliche Antragsformular sowie ein formloser Begleitbrief, der die für Sie entstehenden Vorteile der ausländischen Staatsangehörigkeit sowie Ihre Bindungen an Deutschland ausführlich erklärt. Das Konsulat leitet Ihren Antrag dann an das Bundesverwaltungsamt in Köln weiter, und einige Wochen später werden Sie aufgefordert, diverse Geburtsurkunden, Heiratsurkunden und Meldebescheinigungen einzureichen. Diese können im allgemeinen übers Internet beim Standesamt der Stadt (http://www.stadtname.de) angefordert werden, die diese Unterlagen hat (eventuelle Gebühren sind niedrig oder entfallen, wenn Sie im Ausland leben, oft ganz). Sie reichen diese dann beim Konsulat ein, und nach einigen Monaten erhalten Sie die Entscheidung über Ihren Antrag sowie eine Aufforderung, die Gebühr von EUR 255 zu überweisen.

Die Kriterien, die das Bundesverwaltungsamt anlegt, sind inzwischen auf dem Merkblatt des Bundesverwaltungsamtes etwas klarer erläutert; wichtig aber ist, dass die Genehmigung auf jeden Fall eine Ermessensfrage ist und dass kein rechtlicher Anspruch besteht! Die Beibehaltungsgenehmigung ist im Falle der Erteilung auf zwei Jahre beschränkt, und Sie müssen innerhalb dieser Zeit dem Bundesverwaltungsamt eine Kopie Ihres amerikanischen "naturalization certificate" zuschicken.

Viel Glück bei Ihrem Antrag auf Erteilung einer Beibehaltungsgenehmigung!

Wichtiger Nachtrag: Wenn Sie die doppelte (deutsche und amerikanische) Staatsangehörigkeit besitzen, benötigen Sie zur Ein- und Ausreise nach Deutschland nach dem Passgesetz §1(1) einen deutschen Reisepass (oder Personalausweis). Andernfalls begehen Sie nach Passgesetz §25(3)1 eine Ordnungswidrigkeit, die mit einer Geldbuße von bis zu 5.000 Euro geahndet werden kann.


Verantwortlich/Prepared by Steffen Lempp (@math.wisc.edu">lemppmath.wisc.edu)